Monthly Archives: July 2017

Bolivia – Reisen unter erschwerten Bedingungen

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camping Colibri

Es wird immer kälter in La Paz und nach drei Tagen auf dem Colibri Camping im Valle del la Luna brechen wir auf in Richtung Cochabamba. Auf über 3000m hat unser Sprinter am frühen Morgen kaum die Kraft, die kurze steile Auffahrt hinaufzufahren und braucht drei Anläufe und etwas gutes Zureden, bevor wir endlich wieder auf der Strasse sind. Es geht bergauf, eine schöne Kurvenstrasse, die gleichzeitig die Verbindungsstrasse auf die Routa 1 ist. Auf der Routa 1 geht es entlang nach Südosten, doch erstmal brauchen wir wieder einmal viel Geduld, denn wir stehen im Stau aus der Stadt. Obwohl es Montagmorgen ist, geht es nur im “Stop and Go” weiter, auf mehrere Kilometer reihen sich die Strassenstände rechts und links der Strasse – es ist anscheinend Markttag, Menschenmassen, Kleinbusse, die immer auf der zweiten Spur anhalten, Gäste aussteigen und einsteigen lassen…. wir schleichen also langsam auf der äussersten linken Spur nach Süden. Als wir die Ausläufer von La Paz verlassen haben, wird es endlich ruhiger auf der Strasse, bis wir zur ersten Mautstelle kommen…”Was – für diese löchrige Piste sollen wir auch noch Geld bezahlen?!”, ist das Erste, was mir dazu einfällt.

It gets colder and colder in La Paz and after three days at the Colibri campsite in the Valle del la Luna we head towards Cochabamba. At over 3000m, our sprinter barely has the strength to climb up the short steep driveway in the early morning and needs three starts and a little coaching before we are finally back on the road. We drive uphill, a nice curve road, which is also the connecting road to the Routa 1. Along route 1 we drive southeast, but first of all we need a lot of patience, because we are again right in the traffic jam from the city. Although it is Monday morning, we can only continue with “stop and go”, for several kilometers the streets markets are on the right and left of the street – it is apparently market day, masses of people are walking around, minibuses, always parking in the second lane who let their passengers get on and of the busses, we slowly sneak out of town on the left lane. When we passed the foothills of La Paz, it was finally quiet again on the road until we came to the first toll station … “What – for those pothole streets we have to pay?”- it´s the first thing that comes to my mind.

So geht es von einer Mautstelle zur nächsten und kurz vor Cochabamba wird dann nochmals bei einer Mautstelle kontrolliert, dass wir die vorherigen Mautstellen auch tatsächlich bezahlt haben. Gott sei dank, hatte ich alle kleinen Zettelchen aufgehoben und nicht wie in Europa einfach zerknüllt und weggeschmissen. Bei fast jeder Mautstelle ist auch kurz danach eine Polizeikontrolle und wie soll es anders sein, wir werden natürlich jedes Mal angehalten und kontrolliert. Meistens müssen wir auch noch erklären, wo das Nummernschild auf den Papieren zu erkennen ist und wir fragen uns mehr als einmal, ob sie überhaupt lesen können. In einem kleinen Park ca. 20km vor Cochabamba finden wir ein nettes Plätzchen zum Übernachten für 12 Bolivianos (ca. 1,50 €) die Nacht. Es ist schön grün, die Vögel zwitschern und nach knapp 350 gefahrenen Kilometern am Vortag bleiben wir gleich zwei Nächte und probieren ein typisches Bolivianisches Mittagesssen im kleinen Strassenrestaurant nebenan.

So we drive from one toll station to the next one and just before Cochabamba we are checked again at a toll station if we have actually paid the previous toll booths. Thank God, I had picked up all the little pieces of paper and not just crumpled and thrown away like I do in Europe. At almost every toll station, a police checkpoint is just around the corner, and how it should be, we are, of course, stopped and checked every time. Usually we also have to explain where the number plate is written on the papers and we ask ourselves more than once whether they can read at all. In a small park about 20 km before Cochabamba we find a nice place to stay for 12 Bolivianos (about 1.50 €) a night. It is nice green, the birds are chirping and after just 350 kilometers on the day before we end up staying two nights and even eat a typical Bolivian lunch in the small street restaurant next door.

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typical bolivian lunch – picque

In Cochabamba füllen wir unsere Vorräte im Supermarkt auf und fahren weiter zu einem Stausee auf knapp 3000m, wo wir eine ruhige Nacht bei Minustemperaturen verbringen. Da am nächsten Morgen bereits Eis im Innenbereich der Frontscheibe war, hiess es nun schnell weiterfahren gen Santa Cruz – in die Wärme. Aber so schnell geht es natürlich nicht, wir brauchten erst einmal eine gute viertel Stunde, bis der Motor warm genug war, um auch den kleinen Berg auf die Hauptstrasse wieder hoch zu kommen.

In Cochabamba, we fill up our supplies in the supermarket and continue to a water reservoir at almost 3000m elevation, where we spend a quiet night but at minus temperatures. Since ice was already in the interior of the front window the next morning, we drove quickly towards Santa Cruz – into the heat. But for sure, it didn´t go as fast as we would have like, of course, we needed a good quarter of an hour until the engine was warm enough to get back up the little mountain to the main road again.

Auf der kurvigen Hauptstrasse geht es bergab auf 300m, wobei ich die sich langsam verändernde Umgebung gar nicht richtig wahrnehmen konnte, sondern mich mit schweissnassen Händen am Griff festgeklammert hielt. Nicht nur wurden wir von meist bolivianischen 4×4 Fahrzeugen in den Kurven überholt, man kann keine 100m weit sehen, aber es wird dennoch überholt… sondern man musste alle paar 100m ein mit Schrittgeschwindigkeit fahrenden LKW überholen und haben dabei meist auch sehr wenig gesehen…. vorausschauendes Fahren ist hier nicht bekannt. Bei manchen dachte ich wirklich, die sind lebensmüde…Thomas, der das Kurvenfahren aus dem Schwarzwald gewöhnt ist, hatte da weniger Herzklopfen als ich, aber die Fahrerei ist so anstrengend, dass wir nach knapp 300km Fahrt froh waren, als wir unser Fahrzeug im Hostel in Buena Vista abstellen konnten.

On the curvy main road, we descended to 300m, but, however, I could not really appreciate the slowly changing environment, while I held onto the car handle with sweaty hands. Not only were we overtaken by mostly Bolivian 4×4 vehicles in the bends, where you can not see 100m ahead, but they nevertheless overtake … but you also had to overtake every few meters a slow truck and you don´t see anything ahead … forsighted driving is not known here. I really thought some of them were suicidal…Thomas, who is accustomed to driving curves in the Black Forest, had less heart pounding than me, but the driving is so exhausting that we were glad to park our vehicle In the hostel in Buena Vista after 300km.

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harvesting coca leafes

War es nun die Anstrengung der vergangenen Fahrtage, die Temperaturunterschiede von Minusgraden auf tropische 30Grad und mehr oder einfach nur die Auswirkungen der unterdrückten Symptome der Höhenkrankheit, doch in der Nacht wurde es Thomas richtig schlecht. Mit Durchfall und Erbrechen lag er nun die nächsten 5 Tage im Bus und schlief… die ersten Tabletten gegen Durchfall und Erbrechen von der Apotheke wirkten nicht, doch die anschliessenden Antibiotika zeigten nach 1,5 Tagen zumindest soviel Wirkung, dass wir die nächsten 100km nach Santa Cruz in ein Hotel fahren konnten. Dort konnte er sich im klimatisierten Zimmer langsam erholen und auch wieder Kleinigkeiten zu Essen zu sich nehmen. Mit mehr als 5 kg weniger ging es ihm nach weiteren 3 Tagen wieder so gut, dass wir in Richtung Brasilien weiterfahren konnten.

Has it been the result of the difficulties driving the past days, the temperature differences of minus degrees to tropical 30 degrees and more, or simply a result of the suppressed symptoms of altitude sickness, but at night Thomas became really sick. With diarrhea and vomiting, he lay down the next 5 days in the bus and slept … the first tablets against diarrhea and vomiting from the pharmacy did not work at all, but the subsequent antibiotics showed at least as much effect after 1.5 days, so that we could continue to drive the next 100km to Santa Cruz in a hotel. There he could relax slowly in the air-conditioned room and also started eating little things again. With more than 5 kg less, he became better after another 3 days and we were able to continue in direction of Brazil.

Obwohl das Essen an den Strassenständen günstig ist, hat uns Bolivien insgesamt nicht so gut gefallen, überall wird man kontrolliert. In keinem anderen Land fühlten wir uns so unwillkommen. Die normale Bevölkerung ist wirklich nett und freundlich, lächelt im Vergleich zu den Peruanern sogar richtig viel, allerdings ist es ein totaler Polizeistaat. Selbst im Hotel waren wir vor der täglichen Polizeikontrolle nicht befreit. Am dritten Tag im Hotel wurde abends um 18.00 Uhr an unsere Zimmertür geklopft und zwei Polizisten kontrollierten unsere Reisepasse, Einreisezettel sowie die Papiere fürs Fahrzeug.

Although the food of the little restaurants along the roads is cheap, Bolivia overall did not treat us so well, everywhere you are being checked. In no other country did we feel so unwelcome. The normal population is really nice and friendly, they are smiling even more compared to the Peruvians, but it is state totally in police force. Even in the hotel we were not freed from the daily police check. On the third day in the hotel they knocked at 6.00 p.m. at our room door and two policemen checked our passport, entry papers as well as the papers for the vehicle.

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daily police control

Nicht einmal im “Schurkenstaat- Iran” fühlten wir uns so unter Bewachung. Als wir am nächsten Morgen weiterfahren, wurden wir bereits an der nächsten Mautstelle erneut von der Polizei kontrolliert. Als es mir dann zu Bunt wurde und fragte, warum sie ausgerechnet uns kontrolliern, kam nur die Antwort, sie kontrollieren wegen der inneren Sicherheit alle Auto und insbesondere die Ausländer…was denken sie denn?! Gerade wir Ausländer, wie sollen wir denn über die Grenze kommen und mitten im Land reisen, ohne die notwendigen Papiere in Ordnung zu haben… für uns kommt nur vor wie reine Schikane vor! Scheinbar kontrollieren sie aber nur die Auto und nicht die Motorräder, denn unser Freund Martin, der mit der BMW alleine herumreist, wurde bisher wohl noch nicht kontrolliert.

Not even in the “dangerous state of Iran” did we feel so guarded. When we continue the next morning, we were again checked again by the police at the next toll station. It was just too much for me, so I asked why they especially checked us and the only answer was, they check every car, but especially the foreigners because of the internal security… what do they think? We foreigners, how can we get across the border and travel in the middle of the country without having the necessary papers in order? Apparently, they control only the car and not the motorcycles, because our friend Martin, who travels with the BMW by himself has not had any problems yet and has never been checked so far.

Von Santa Cruz geht es vorbei an kleinen Ansiedlungen und dichtem tropischen Wald nach Osten. In San Jose de Chiquitos mieten wir uns zur Entspannung im Garten eines 4Sterne Hotels und können am Pool und in der Hängematte endlich bei angenehmen Temperaturen und Atmosphäre ein wenig entspannen. Der Wind nimmt immer mehr zu und am nächsten Morgen hat es um 25 Grad abgekühlt und die Tagestemperatur beträgt nur noch 14 Grad. Zeit für uns, weiterzufahren…. mit wenig Verkehr eine tolle Strecke bis zur Grenze, wo kurz vorher nochmal eine Mautstelle kommt. Egal, auf nach Brasilien!!! Eigentlich ist die Ausreise aus einem Land meist einfacher als die Einreise… nicht so in Bolivien! Zumindest für uns. Die Immigration ist schnell erledigt, schnell noch ein Foto gemacht (natürlich mein Foto auf Thomas` Reisepass, und Thomas´Foto auf meinen Reisepass!!!) und mit dem Taschenrechner schnell ausgerechnet, ob wir mit Einreise am 29. Juni und Ausreise am 17. Juli auch nicht die 30 Tage Visum überschritten haben, Taschenrechner sagt nein – gut, dann schönen Tag!

From Santa Cruz we passed by small settlements and dense tropical forest towards the east. In San Jose de Chiquitos we park ourselves in the garden of a 4-star hotel and can finally relax by the pool and in a hammock at pleasant temperatures and atmosphere. The wind is continually increasing and the next morning it has cooled down by 25 degrees and the daytime temperature is only at 14 degrees. Time for us to move on …. with little traffic we drive a great part to the border, where we are being stopped at the last toll station. No matter, off we go to Brazil!!! Usually, the departure from a country is easier than the entry … but not so in Bolivia! At least for us. Immigration is done quickly, just one picture of you (of course my photo was scanned onto Thomas passport, and Thomas photo onto my passport!) And while using the calculator the officer had to check whether we have not exceeded our 30 days visa with entry on 29 June and departure on 17 July, the calculator said no – good, then have a nice day!

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camping in San Jose de Chiquitos

Die Aduana (für das Fahrzeug) hat in der Zwischenzeit zwei Stunden Mittag gemacht und öffnet pünktlich um 14.30 Uhr, nein noch 1 Minute warten – im Fernsehen läuft grad noch der Abspann vom Film. Wir sind die ersten in der Reihe, doch ich darf nicht mit in das Gebäude, denn nur der Eigentümer darf rein. Dass Thomas kein Spanisch spricht interessiert dabei nicht… unsere Papiere werden von nächsten Wichtigtuer von links nach rechts geschoben für die nächsten 15 Minuten, dann muss unser Auto von der einen Strassenseite auf die andere geparkt werden, wo dann wiederum die Fahrgestellnummer kontrolliert wird. Die Fahrgestellnummer???? wo war die denn nochmal??? nicht mal bei der Einreise wurde diese kontrolliert und jetzt, wo man nur den Zettel abstempeln müsste, wird kontrolliert? Nachdem wir die Nummer gefunden haben, mockiert sich die Dame auch noch daran, dass es nur auf einem Aufkleber ist, den man ja abziehen könnte… hallo??? was können wir dafür, wenn Mercedes dies so macht…

The Aduana (for the temporary import of the vehicle) meanwhile has a two hours lunch break and opens right on time at 2.30 pm, not 1 minute before that – because on the TV they are still playing the last part of the movie. We are the first in the row, but I am not allowed to enter the building, because officially I am not the owner of the vehicle. That Thomas does not speak Spanish does not matter … our papers are pushed from one pile to the next one, from left to right for the next 15 minutes, then our car must be parked at the other side of the street where they are checking the chassis number. The chassis number ???? Where was that again? Not even at the entry was this number checked and now, when they only have to stamp the papers, they are checking the number? After we have found the number, the lady is still mocking the fact that it is only on a sticker, which one could pull off … hello? Is it our fault that Mercedes does it like that?

gott sei dank waren wir dann auch nicht das Einzigste Auto, dass mit dem Finden der Fahrgestellnummer Probleme hatte.. nach knapp 40 Minuten bei der Aduana können wir dann auch endlich über die Grenze. Auf der Brasilianischen Seite werden wir freundlich von den Beamten empfangen und während ich mich im kalten Wind in der Schlange für die Immigration anstelle, ist Thomas bei der Aduana (Receita Federal) und füllt mit Hilfe einer netten Beamtin am Computer die notwendigen Formulare aus. Nach gut einer Stunde und nettem Lächeln sowie wenigen Wörtern Englisch, haben wir ein Visum und Autopapiere für 90 Tage! Willkommen in Brasilien!

Thank god we were not the only car that had problems with finding the chassis number .. after just 40 minutes at the Aduana we are finally allowed to cross the border. On the Brazilian side, we are friendly greeted by the officials, and while I am waiting in line for the immigration in the cold wind, Thomas is at the Aduana (Receita Federal) and fills in the necessary forms on the computer with the help of a nice official lady. After about an hour and a lot of smiles as well as a few words of English, we have a visa and car papers for 90 days! Welcome to Brazil!

Im Supermarkt des nächsten Örtchens Corumba versorgen wir uns mit frischem Fleisch und Gemüse und fahren zum Hostel, wo wir unser Auto für umgerechnet 10€ mit Frühstück und schnellem Internet parken können. Nun heisst es ein paar Wörter Portugiesisch lernen, denn mit Spanisch werden wir hier nicht weiterkommen. Wir sind gespannt, wie uns Brasilien gefallen wird… der erste Eindruck ist schon mal positiv!

In the supermarket of the next village Corumba we refill our supplies with fresh meat and vegetables and drive to the hostel, where we can park our car for a charge of 10 € with breakfast and fast internet. Now we need to learn a few words in Portuguese, because with Spanish we will not get any further here. We are curious about how Brazil will please us … the first impression is already a positive one!

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Peru: Arequipa/ Lake Titicaca and entering Bolivia

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public transport in Peru

Der Grenzübergang nach Peru verlief recht zügig und unkompliziert. Nachdem wir uns ein 4seitiges Dokument für die Ausreise von Chile nach Peru in der Cafeteria des Grenzpostens geholt haben, waren wir in knapp einer Stunde mit dem Fahrzeug in Peru eingereist. Bei der kurzen Lebensmittelkontrolle haben wir unsere angefangene Zwiebel und Ingwer abgegeben und schon waren wir in Peru. Da es an der Grenze keinen Geldautomaten gibt, konnten wir die Versicherung für Peru jedoch erst in Tacna abschliessen, nachdem wir uns einmal quer durch zur Bank und dann zum nächsten Soat-Büro (Versicherungsbüro) gekämpft hatten. Auch in Tacna konnten wir die Versicherung nur Bar bezahlen, also gilt hier noch: “nur Bares ist Wahres!”

The border crossing to Peru was done quickly and quite uncomplicated. After buying a 4-page document for the departure from Chile to Peru in the cafeteria of the border post, we were entering Peru in less than an hour. In the quick food control we gave away our onion and ginger and we were already in Peru. Since there is no ATM at the border, we could only buy the insurance for Peru in Tacna, after we had found the bank and went back to the next Soat office (insurance office). In Tacna we could only pay the insurance in cash, so here the saying is right: “only cash is valued!”

In der Plaza Vea, dem hiesigen Supermarkt füllen wir unsere Vorräte wieder auf, bevor wir uns für die Nacht zur Therma Calientes in Pacchia begeben. Nach einer ruhigen Nacht gönnen wir uns am nächsten Morgen ein Bad im 40Grad warmen Becken und fahren weiter gen Norden durch die Wüste de La Clemesi nach Arequipa. Die Stadt ist das reinste Verkehrschaos, wir fahren von einem Stau in den nächsten, bevor wir uns für zwei Tage in ein günstiges Hostel mit Parkplatz direkt vor dem Zimmer einmieten.

In Plaza Vea, the local supermarket, we refill our supplies before we drive to the Thermalbath of Calientes in Pacchia for the night. After a quiet night we treat ourselves to a bath in the 40-degree-warm pool and drive further north through the desert of La Clemesi to Arequipa. The city is full of chaotic traffic, we drive from one traffic jam into the next, before we rent a cheap room in a hostel while parking the Sprinter directly in front of the room.

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campspot near the thermas

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on our route to Arequipa

Nachdem Martin nun auch in Arequipa eingetroffen ist, verabreden wir uns auf dem Camping des Hotel La Mercedes, ein direkt an der Hauptstrasse gelegenes Hotel, dass für Overlander (Individualreisende mit Motorrad oder Auto) eine Campmöglichkeit anbietet. Es ist zwar laut und durch die Abgase der angrenzenden Strasse nicht gerade idyllisch gelegen, aber hier treffen wir auf Nynke und Nils (zwei Holländer, die mit ihrem Fahrzeug von Florida nach Südamerika gereist sind), Douglas und Lu (zwei Brasilianer, die auf dem Weg nach Alaska sind) sowie Aideen (Irländerin) und Peter (Deutscher), die mit einer Segelyacht um die Welt reisen und sich in Chile ein Fahrzeug für die Reise durch Peru und Chile gekauft haben. Die Tage vergehen wie im Flug bei dieser netten Gesellschaft.

After Martin has arrived in Arequipa too, we meet at the Hotel La Mercedes, a hotel located directly on the main road that offers a campground for overlanders (individual travelers with motorbikes or cars). Although it is loud and not very idyllic due to the exhaust gases of the adjacent road, we meet nice people like Nynke and Nils (two Dutch travelers who have traveled from Florida to South America with their vehicle), Douglas and Lu (two Brazilians, on their way to Alaska) as well as Aideen (from Ireland) and Peter (German), who travel around the world with a sailing yacht and bought their vehicle in Chile for a journey through Peru and Chile. Days are passing by quickly with this nice company.

Nach 5 Tagen fahren wir weiter in Richtung Puno, jedoch ist die Ruta 116, die wir nehmen, nach der Hälfte der Strecke unfahrbar, so dass wir umkehren müssen und uns in Richtung Yura in den Verkehrsstau begeben… so dauert es mehr als eine Stunde, ehe wir endlich auf der Strasse in Richtung Puno sind. Natürlich werden wir hier auch zweimal von Polizisten angehalten, die unsere Papiere kontrollieren.

After 5 days, we continue our way to Puno, but the Ruta 116 we take to the main road towards Puno is not drivable anymore after half the way, so we have to turn back and head towards Yura in another traffic jam … it takes more than one hour before we are finally on our way towards Puno. Of course, we are also stopped twice by policemen who control our papers.

Puno breitet sich am Ufer des Titicacasees am Hang aus, und wir sind froh, können wir die “Umgehungsstrasse” nehmen und müssen nicht mitten durch die steilen engen Gassen fahren. Auf über 3800m kommt der Sprinter schon ein bischen an seine Grenzen und hat kaum noch Kraft. Wir treffen Martin auf dem Camping des Hostal Casa Blanca, ca. 7km ausserhalb von Puno wieder. Es ist so kalt in der Nacht, dass unser Sprinter am nächsten Morgen einige Anläufe braucht, bevor er anspringt und dann so eine richtig schöne schwarze Rauchwolke rauslässt.

Puno spreads along the banks of Lake Titicaca and is mostly on a hill, and we are glad we can take a “bypass” and do not have to drive through the steep narrow streets. At over 3800m, the sprinter drives a little at its limits and has hardly any power. We meet again Martin at the campsite of Hostal Casa Blanca, about 7km outside of Puno. It is so cold at night that our sprinter needs some good will to start the next morning and fumes quite a lot of black smoke.

Die nächsten 100km bis zur Grenze geht es vorbei am Lake Titicaca, kleinen Dörfchen oder nur vereinzelten Wohnhäusern. Der Blick auf den See ist wunderschön, leider stört meist der herumliegende Müll. Hier scheint es überhaupt keine Müllentsorgung zu geben, denn kaum ein Strassenrand ist frei von Müll, überall liegen Plastikflaschen und sonstiger Müll herum… es ist echt schade, so eine schöne Landschaft und dann überall der Plastikmüll.

The next 100km to the border, we drive past Lake Titicaca, small villages or only some isolated houses. The view of the lake is beautiful, although there is unfortunately a lot of garbage at the side of the road. There seems to be no garbage disposal in Peru at all, because hardly a street is free from garbage, everywhere are plastic bottles and other garbage around … It is really a pity, such a beautiful landscape and then everywhere you see the plastic waste.

An der Grenze zu Bolivien wechseln wir unser restliches peruanisches Geld, während wir auf den Beamten warten, der unser temporäres Importdokument abstempelt. Nicht nur waren ca. 10 Mietmotorräder vor uns, sondern man musste auch erstmal den Flachbildfernseher in den richtigen Raum schaffen, um das Fussballspiel zwischen Deutschland und Mexico anzuschauen…

At the border with Bolivia, we are changing our remaining Peruvian money, while we wait for the officer to stamp out our temporary import document. Not only were about 10 rental motorcycles in front of us, but he had to put the flat screen TV into the right place to watch the football match between Germany and Mexico …

Nach gut 50 Minuten ging es weiter nach Bolivien, wo uns der unfreundliche Beamte bei der Immigration das auszufüllende Formular gab, um sich dann wieder seinem Smartphone zu widmen. Für die temporäre Einfuhr des Fahrzeuges braucht es ein ausgefülltes Formular, was man bei der Lady im Minimarkt nebendran am Computer ausfüllen muss, ihr dafür 10 Bolivianos (ca. 1,30 €) gibt, damit dann zur Aduana geht. Dort gibt dann der etwas nettere Beamte die Daten erneut in ein Computersystem ein, dasselbe Formular wird noch zweimal ausdruckt und unterschrieben, wovon er eins behält. Mit dem anderen Formular geht man dann zur Polizeistelle, zwei Häuser weiter, nicht bevor man vorher noch eine Kopie davon bei der netten Lady im Minimarkt hat machen lassen, um danach einen Stempel auf das eine Original von dem Polizisten zu erhalten, der sich aber nicht weiter bei seinem Telefongespräch mit seinem Handy stören lässt. Die geschlossene Schranke muss man dann aber schon selbst aufschieben, um dann endlich mit dem Fahrzeug bolivianischen Boden zu befahren.

After about 50 minutes we went through to Bolivia, where an unfriendly officer gave us the form to complete the immigration and then devoted himself to his smartphone again. For the temporary import of the vehicle it is necessary to fill out a completed form, which one has to fill in at the Minimarkt next door and give that nice lady 10 Bolivianos (about 1.30 €) for it, then you can go with that form to the Aduana. There, a somehow nicer officer types your data into a computer system and another form (quite the same you had already printed) is printed and signed twice, while he retains one you have to take the other one and get a stamp from the police officer, but not before you have to make a copy with the lady in the Minimarkt. Then finally you get a stamp on the original from the policeman, while he does not even bother to interrupt his phone conversation. The closed barrier, however, you have to push away yourself, then finally you can drive onto Bolivian ground.

Nach den ersten grossen Geschwindigkeitsbeschränker (Topez, Rompes oder auch Speedpumper genannt) geht es auf zur nächsten Stadt Copacabana. Das Eco-Camping, d.h. ein Stellplatz an der Einfahrt zum Resort ohne Strom und Internet kostet gleich 40 Bolivianos anstatt 30 wie vor einer Woche, so dass wir uns kurzerhand entscheiden, unsere erste Nacht in Bolivian wild kaum 100m weiter direkt am Titicacasee zu verbringen. Leider ist auch hier der erste Eindruck von Bolivien, Müll überall… der riesige Müllhaufen direkt neben unserem Camp stört uns jedoch nur wenig, wenn man bedenkt, dass es umsonst ist… nach einer ruhigen Nacht wollen wir weiter in Richtung La Paz, brauchen jedoch eine dreiviertel Stunde, um durch das kleine Städtchen Copacabana zu kommen, denn wir haben eine Abzweigung auf die Hauptstrasse verpasst und müssen uns durch die engsten, unbefestigten Gassen mit Schlaglöchern so gross wie unsere Reifen quälen. Vor jeden neuen Kreuzung tuen sich Gräben, die wohl als Abwassergräben geeignet sind, auf, so dass wir ganz schön durchgerüttelt werden. Einmal mehr sind wir froh, dass wir neue Stossdämpfer in Chile eingebaut haben.

After the first big speedbumpers (Topez, Rompes or Speedbumper called) we drive to the next little town of Copacabana. The eco-camping, that is a parking space at the entrance to the resort without electricity and internet will charge us 40 Bolivianos each instead of 30 like a week ago, so we decide to spend our first night in Bolivia barely 100m away from it for free, directly at the Lake Titicaca. Unfortunately, also here our first impression of Bolivia is that there is garbage everywhere … the huge rubbish heap right next to our camp does not bother us very much, considering that it is for free… after a quiet night we want to drive towards La Paz. But we actually need almost three-quarter of an hour to get through the small town of Copacabana, because when we missed the turnoff to the main road and we had to drive through the smallest unpaved roads, a torment to us as much as to our tires. Before each new crossing, trenches, which are probably suitable as sewage ditches, appeared so that we were thoroughly shaken through. Once again, we are glad that we have installed new shock absorbers in Chile.

 

 

Auf einer wunderschönen Kurvenstrasse entlang des Titicacasees geht es auf über 4000m bis zur nächsten Fähre. Kurz vor der Fähre werden wir natürlich noch von einem grimmigen Polizisten angehalten, der unsere Einfuhrdokumente sehen will. Mann in Uniform, sag ich da nur… Am Hafen dauert es erst einmal eine viertel Stunde, bis wir auf das Holzboot können, vor uns ein Bus und neben uns wird auch noch Martin mit seiner BMW draufgequetscht und so hoffen wir nur, dass der Motor und das Boot die gut 15 minütige Überfahrt übersteht.

On a beautiful curvy road along the lake of Titicaca we drive up to about 4000m until we catch the next ferry across. Shortly before we come to the ferry, of course, we are again stopped by a grim policeman who wants to see our import documents. Man in uniform, I can only say … At the port, it takes only a quarter of an hour until we can get onto the wooden boat, in front of us is a bus and next to us Martin is squeezed in with his BMW and we just hope for the next 15 minutes crossing that neither the engine will stop nor the boat sink under that weight.

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ferry crossing Lake Titicaca

Rückwärts gehts wieder runter vom Boot und auf der Hauptstrasse, die mehr eine Baustelle ist, direkt nach El Alto, dem “Vorort” von La Paz, der selbst bereits 1,3 Millionen Menschen Heimat ist. Wo El Alto aufhört und La Paz anfängt, wird uns jedoch nicht richtig verständlich, denn bereits anfangs El Alto stehen wir im Stop and Go-Stau und kämpfen uns die nächsten knapp 30km durch diese Gebiete zum Colibri Camping. Es ist das reinste Verkehrschaos, überall wird gefahren, von allen Seiten wird auf die Hauptstrasse reingedrängelt, die Minibusse halten mitten auf der Strasse, um Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen, es ist dreckig und verrust, denn von Kat und umweltbewussten Fahrzeugen ist man hier weit entfernt. Die Autopiste um La Paz mündet in die Ruta 3, welche sich wiederum genau durch einen Teil der Altstadt schlängelt. Für die 30km brauchen wir knapp 2 Stunden und sind fix und fertig, als wir beim Camping ankommen. Wie herrlich ist da die richtig heisse Dusche!!!

Backwards driving down from the boat and back on the main road, which is more a construction site, we drive directly to El Alto, the “suburb” of La Paz which is home to almost 1,3 million people. Where El Alto stops and the town of La Paz begins, however, is not quite clear, because already entering El Alto we get stuck in a stop and go jam and fight our way through the next 30km to the Colibri Camping near the valle de la luna. It is a traffic chaos all over, cars and busses are driving everywhere, they are coming from all sides onto the main road, the minibuses stop in the middle of the road to let passengers get on or off, it is dirty and lots of smoke from exhausted, there is no environmental consciousness nor any catalyt converted vehicles. The autopiste around La Paz ends into the Ruta 3, which again winds its way through a part of the old town, right through the middle. For the following 30 km we “only” need 2 hours and are exhausted when we arrive at the campsite. How wonderful is the hot shower!

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traffic jam in El Alto

Hier bleiben wir ein paar Tage, bevor wir uns weiter gen Osten in Richtung Cochabamba begeben.

Here we spent a few days before heading eastwards to Cochabamba.

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